| Handwerk und Innovation Handwerk und Innovation zeigt den Wandel des Handwerks in der Neuzeit in den Werkstätten vom Schneider, Weber, Schuster, Tischler, Zimmermann und Spanschachtelmacher. Der erste im Raum Hall um 1250 erwähnte Handwerker ist ein Schuster. Der Schuster benötigt eine Vielzahl von sehr differenzierten Werkzeugen. Beim Schuh wurde nur der Absatz, alles andere wurde mit einer "Sauborste" genäht. Dazu wurden von älteren Schweinen die langen Rückenborsten aufgespalten. Sie war hart und doch biegsam. Auf Arbeitsschuhe hat der Schuster "Schenken" oder Mausköpfe genagelt, um mehr Dauerhaftigkeit zu erreichen. Die Herstellt eines Paares dauerte etwa 12 Stunden. Der Schuster arbeitete auf einer sogenannten "Schusterbruck" und saß auf einem dreibeinigen Schusterstockerl. Zur Verstärkung des spärlichen Lichtes benutzte er die wassergefüllte Schusterkugel. Es gab sogar eine Handwerksordnung mit einigen interessanten Dingen: Im Absatz 24 ist zum Beispiel eine Marktregelung vorgenommen worden und zwar gab es im kleinen Markt Hall und Umgebung neun Schuhmachermeister, dabei wird jedoch angemerkt, dass nicht einmal sechs das notwendige Auslagen haben, Schuster waren traditionell eher zum ärmeren Handwerk zu zählen. Das Bäckerhandwerk entwickelte sich etwa im 13. Jahrhundert aus der ursprünglich nur häuslichen zur gewerblichen Form. Besonders in den Städten kam dem Bäcker eine wichtige Verteilerfunktion für das vor der Einführung der Kartoffel wichtigste Grundnahrungsmittel zu. OHNE BROT - DER TOD
Die Kontrolle über Qualität und Preise von Brot und Getreide übten die Obrigkeiten in den Märkten und Städten aus. Hohe Getreidepreise = Brot wird kleiner
In vorindustrieller Zeit schlugen sich die schwankenden Getreidepreise nicht auf den Brotpreis, sondern im Gewicht des Brotes nieder. "Bäckertaufe" oder "Bäckerschupfen"
Als Strafe für die Bäcker für zu klein geratenes Brot wurde der Bäcker in den Marktbrunnen geworfen. Hohes Ansehen der Bäcker Die Bäcker nehmen einen hohen gesellschaftspolitischen Rang in den Märkten und Städten ein. Oft betrieben sie im Nebenerwerb Handel mit Mehl, Grieß, Kleie, Korn und im 19. Jahrhundert mit Kolonialwaren, wie Tee und Kaffee. Bäcker im Markt Bad Hall Seit dem Jahre 1618 gibt es Dokumente über die reiche und neu eingerichtete Bäckerzunft in Hall. Die Anzahl der inkorporierten Meister ist beträchtlich, das Zunftgebiet reichte bis Steyr, Wartberg und Kirchdorf. 1649 gehörten 64 Meister zur Zunft, 1674 waren es 97 und 1707 waren 107 Bäckermeister in der Haller Zunft. Im Markt Hall arbeiteten meist 6 - 8 Bäcker. 1824 zahlten 62 Meister das Aufleggeld in die Zunftkassa ein. 1859 wurden die Zünfte aufgelöst 1885 die Statuten der Genossenschaft der Bäcker und Müller genehmigt, in der ab 1889 auch Frauen Aufnahme fanden. Gleichzeitig wurde die Mitgliedschaft in die gewerbliche Krankenkasse empfohlen. 1890 und 1907 wurde die Sonntagsarbeit geregelt. Heute gibt es nur mehr einen ortseigenen Bäckereibetrieb, jedoch ungefähr 20 Zulieferer. Die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft ließ den Beruf des Landmaschinenmechanikers entstehen, der auch unter der Berufsbezeichnung Landmaschinenschlosser oder -bauer, heute Landmaschinentechniker bekannt ist. Landmaschinen-Handwerker in Österreich seit 1940 Seine handwerkliche Tätigkeit umfaßt die Wartung und Reparatur von Industrieprodukten, den Geräten und Maschinen für den landwirtschaftlichen Bedarf. In Österreich konnte dieser Beruf erst ab dem Jahre 1940 erlernt werden. Die Ausbildung Die Lehrzeit dauert 3 Jahre und 6 Monate und wird mit der Lehrabschlußprüfung abgeschlossen. Nach zweijähriger fachlicher Tätigkeit kann die Meisterprüfung abgelegt werden. Die Zahl der ausbildenden Betriebe und der Lehrlinge stieg kontinuierlich an. Seit dem Schuljahr 1955/56 wurde die ergänzende theoretische Schulausbildung in der Gewerblichen Berufsschule Wels konzentriert. Vom Schmied zum Landmaschinenmechaniker In vielen Fällen entstanden aus den einstigen Huf- und Wagenschmieden Reparaturwerkstätten, die oftmals mit dem Landmaschinenhandel kombiniert waren. Sogar Eigenproduktion von landwirtschaftlichen Geräten und Traktoren war üblich. Hohe Anforderungen: "Vom Rasenmäher bis zum Mähdrescher" Im gleichen Ausmaß, in dem der Einsatz von Zugtieren im landwirtschaftlichen Bereich zurückging, stieg der Grad der Motorisierung an. Um 1970 war die Vollmotorisierung erreicht. Die Zunahme des Maschinenbestandes und die Steigerung der Maschinenleistung verdoppelte sich in den nächsten 10 Jahren. Heute muß der Landmaschinenmechaniker in der Lage sein, Wartung und Reparaturen der verschiedensten Geräte und Maschinen auf dem neuesten Stand der Technik durchzuführen. War dies in vergangenen Tagen der Göpel, so reicht heute das nötige Fachwissen vom Rasenmäher bis zum komplizierten Mähdrescher. Mit 31.12.1996 gab es in Oberösterreich 313 Betriebe, davon bildeten 147 Lehrlinge aus. Zu diesem Zeitpunkt wurden 291 Lehrlinge ausgebildet. |