1. Landschaftsgarten 1855/57
Repräsentationsbedürfnis des neuen Heilbades im Stil der noblen böhmischen Bäder:
Um den Gästen des jungen Bades schattige Promenadenwege zu bieten, beriefen die oö. Landstände im Jahre 1855/57 den Stiftsgärtner Runkel von Kremsmünster, der die ihm vorgetragenen Ideen eines in die Landschaft eingefügten Naturparks geschickt verwirklichte. Die ersten Gespräche wurden bereits 1853 geführt. Aber erst nach Fertigstellung des Kurhauses begann die Gartengestaltung.

Vielleicht dachte der Stiftsgärtner Josef Runkel, als der den Auftrag zur Gestaltung des ersten, rund 16.000 m² umfassenden Kurparks erhielt in erster Linie an die Befriedigung eines zur Schau getragenen Repräsentationsbedürfnisses des jungen Heilbades und seiner Gäste. Heute ist der Park um fast das Zwanzigfache angewachsen und in seiner Vielfalt ein Born der Erholung und der Ruhe, wie ihn nur wenige Heilbäder unseres Landes in vergleichbarer Weise besitzen.

Wer ist Runkel, der „Schöpfer“ des Kurparks?
Josef Runkel war Hofgärtner im Stift Kremsmünster in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er erhielt hohe Auszeichnungen bei der landwirtschaftlichen Ausstellung 1868 in Linz und bei der 1873 eröffneten Wiener Weltausstellung, wo er im Rahmen der OÖ. Landwirtschaftlichen Gesellschaft mit einem 90 Äpfel- und Birnensortiment vertreten war. Einen Staatspreis erhielt Runkel 1872. Runkel war Vorstand des hiesigen landwirtschaftlichen Bezirksvereins und gab Unterricht für die Bauernsöhne in Veredelung und Gemüsebau. Nach: 1200 Jahre Kremsmünster. Linz 1976

Dieser Park reichte vom Kurhaus den Hang abwärts bis ins Sulzbachtal. Ein zweiter kleinerer
Park entstand im Umkreis um die Tassilo-Trinkhalle. Eine Hängeesche und einige Birken- und Lärchengruppen am derzeitigen Spielplatz des Kinderheimes Bad Hall in den Hängen unterhalb von Pfarrkirchen sind die letzten Zeugen der alten Parkanlage auf Pfarrkirchner Boden.

Das Gelände des Kurparks:
Im Jahre 1853 war der Bau des ersten zentralen Badehauses an einer Stelle begonnen worden, die schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts für die Errichtung einer mächtigen zweitürmigen Kirche Bad Halls bestimmt gewesen war, was aber nicht zustande kam.
Das Badehaus wurde von Architekt Paul Sprenger geplant. Es umfasste im Erdgeschoss die Bäder, im ersten Stock jedoch repräsentative Gesellschaftsräume. Für die am Beispiel der böhmischen und westdeutschen Bäder geschulten Initiatoren war es von vornherein selbstverständlich, dass vor dem 1855 fertiggestellten zentralen Badehaus mit aller biedermeierlichen Liebe ein Badhauspark im Stil der englischen Gartenkunst zu schaffen war. 

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