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Handwerk im Mittelalter und Neuzeit
Das Handwerk im Mittelalter und früher Neuzeit zeigt Werkstätten vom Schmied,
Wagner, Sattler, Steinmetz- und Maurer und Müller. Themenschwerpunkte sind die
Zünfte in Bad Hall und Oberösterreich und die technische Revolution des
Mittelalters mit Kummet, Sense und Wasserrad.
Der Schmied, der "Herr des Feuers" wurde als "Hephaistos" von den Griechen, als "Vulcanus" von den Römern und als "Wieland" von den Germanen bezeichnet. Schon um 1800 vor Christus begann die Kunst der Metallbearbeitung, aus der sich die Zweige der Grob-, Huf- und Waffenschmiede, der Kunstschmiede, Kupfer - und Bronzeschmiede und der Gold- und Silberschmiede entwickelten.
Die Eisenschmiede:
Sie übten das "Mutterhandwerk" aller Eisenhandwerker als geheimnisumwitterte Kunst aus, die sie in den Ruf furchtbarer Zauberer brachte und sie nicht selten als verkrüppelte und hässliche Herren über das "höllische" Feuer zeigte.
Schmiedewerkzeuge:
Der Schmied ist in einer Ausnahmeposition, was die Werkzeuge betrifft. Er kann sie sich - in Kenntnis der Stärken und Schwächen des zu bearbeitenden Werkstoffes - selbst herstellen.
Generell sind Werkzeuge zum Bearbeiten des glühenden Eisens länger, damit die Hände weiter entfernt sind.
Mit den ältesten Werkzeugen ihres Handwerkes, dem Hammer, dem Amboss und der Zange bearbeiteten sie das Eisen in vier Grundschritten:
Strecken: Ausdehnen durch Verminderung des Querschnittes
Stauchen: Verkürzen durch Verdicken
Schroten: Einhauen von Einschnitten in den Rand des Werkstückes
Schweißen: Zusammenhämmern von weißglühenden Teilen
Die Handwerker konnten durch ihre Arbeit in manchen Gewerben großen Reichtum erlangen, speziell im städtischen Bereich waren es die Gold- und Silberschmiede, Bäcker und Müller im ländlichen Bereich.
Kleiderordnungen von Seite des Staates regelten aber die "gottgewollten" Hierarchien, die anhand der Kleidung erkennbar sein sollten.
Übermäßiger Aufwand bei der Kleidung ist ein schwerer Verstoß des Christen gegen das von Gott gegebene Verbot des Lasters der Hoffahrt. Kleiderordnungen bestimmen Stoffe, Pelze, Schnittführung und Schmuck.
ÖSTERREICHISCHE KLEIDERORDNUNG MITTE 15. JAHRHUNDERT
Die strengen Kleiderordnungen des Spätmittelalters richteten sich gegen die SÜNDIGE PRACHT. Viele Handwerker und Händler konnten sich den Luxus, der den Adeligen und Patriziern vorbehalten war, längst leisten. Damit die "gottgewollte" Hierarchie der Gesellschaft nicht durchbrochen würde, erließen Stadt- und Landesherrn Kleiderordnungen.
HANDWERKSMEISTER
- erlaubte Pelze: Fuchs, Luchs, Marder für Hut und Verbrämung
- Silberbeschläge nicht teurer als 2 Mark
- keine gespitzten Schuhe
- keine Seidenstoffe, höchstens bei Ärmeln
- Rocklänge (Mantel): zwei quergelegte Finge unterhalb des Latzes
DIENER UND GESELLEN:
- einfaches "Zeug" = grober Stoff, Leinen - pro Elle nicht teurer
- als 1 Gulden
- keine Seide und keine Pelze
- Silberbeschläge nur 1 Mark wert
- keinen goldenen Ring
- keine Schnabelschuhe
FRAUEN:
- keine goldgewirkten Stoffe
- kein Damast und kein Samt
- schmale Verbrämungen aus Zobel und Hermelin erlaubt
- Frauenschleier (Haube) nur mit 12 Falten
- Schleppen nicht länger als 1/4 Elle
- nur 2 Reihen von Perlen als Zierde an den Ärmeln
- Gürtel nicht mit Gold oder Edelsteinen verziert
- Silberbeschläge nur 1 1/2 Mark wert
- Goldringe erlaubt, nicht teurer als 30 Gulden
- Halsausschnitt: vorne nicht tiefer als zwei Finger unter dem Halsknorpel
- Die wichtigste Organisationsform des Handwerks seit dem Mittelalter war die Zunft, auch Gilde oder Zech genannt.
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