Ortsgeschichte

Die Geschichte der heutigen Stadt Bad Hall, die jetzt knapp 5000 Einwohner aufweist, reicht weit in die urgeschichtlichen Epochen zurück. Funde aus der Stein- und Bronzezeit sowie einzelne „Quellopfer“, römerzeitliche Münzen, an der damals schon bekannten Heilquelle belegen Menschen in unserer Gegend.

Verschiedene Ortsbezeichnungen:
„Sulzbach“ – „Herzogenhall“ – „Markt Hall“ – „Bad Hall“
Mit einem Namen versehen wurde Bad Hall aber erst unter Herzog Tassilo III. von Bayern im Jahre 777, als in der Stiftungsurkunde von Kremsmünster die Salzquelle am Sulzbach mit drei Salzsiedern erwähnt wird.
Zwischen 1188 und 1280 hieß der Ort mit der salzhaltigen Quelle („hall“ = Salz) nach dem bayerischen Herrscher „Herzogenhall“. Im Hochmittelalter entwickelte sich der kleine Markt „Forum in Halle“ zur aufstrebenden Handwerkersiedlung, die auch Sitz der Verwaltung und eines Landgerichtes war.
1298 findet die Margarethenkapelle „am Anger unter den sieben Linden“ die erste Erwähnung, 1493 wird die erste Schule im Markt gegründet.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wird die „Herrschaft Hall“ 1644 an den finanzkräftigen Grafen Trauttmansdorff verpfändet, die das Schloss (heute Caritas-Altersheim) errichten. Sie verwalten und „regieren“ hier bis zur Aufhebung der Grundherrschaft im Jahre 1848.

Bad Hall ab 1878
Nach der Entdeckung des heilkräftigen Jods in der Salzquelle am Sulzbach begannen in Pfarrkirchen Mathias Steppich und im Markt Hall Alois Urlaub den ersten Badebetrieb an hautkranken Personen. Der Erfolg bestätigte schließlich das Land Oberösterreich in Hall ein großes Kurhaus mit angeschlossenen Einrichtungen zu bauen, das am 20. Mai 1855 eröffnet wurde. Seither avancierte der Kurort zum gut besuchten Heilbad. Um Verwechslungen mit dem Tiroler Hall auszuweichen, erfolgte im Jahre 1878 die Umbenennung in „Bad Hall“. 1908 war die Errichtung eines zweiten Kurhauses notwendig geworden, in dem heute das Museum „Forum Hall“ untergebracht ist. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich das Versicherungswesen, das große Impulse für den Kurort brachte. Rege Bautätigkeit kennzeichnet die erste Hälfte. An der Wende zum 21. Jahrhundert bringt der neue „Wellness-Trend“ zusätzliche Gäste, denn manche Kurheime wurden aus finanziellen Gründen geschlossen.
Das Land O.Ö. hat den Besitz und Betrieb der landeseigenen Kuranlagen in eine neue Gesellschaftform eingegliedert - die Eurothermen Resorts. Mit Gesamtinvestitionen von 29 Mio für Bad Hall sind das Kurhotel, das Kurheim und das Thermal-Hallenbad grundlegend saniert worden. Die Eröffnung erfolgte am 7. Dezember 2008. Die angeführten Betriebe haben auch neue Namen erhalten:

  • Hotel Miraverde (Kurhotel)
  • Physikarium (Gesundheitszentrum)
  • Kurhotel Vitana (Kurheim)
  • Therme Mediterrane (Thermal-Hallenbad)
  • Relaxium Saunawelt (Sauna im Hallenbad)

Im Jahre 2009 sind sehr wichtige Projekte in Bad Hall verwirklicht worden:

  • Das Rehazentrum „Sonnenpark“ am Rande des Kurparks ist mit 160 Betten (davon 40 für Alkoholkranke) eröffnet worden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf € 25 Mio. Dieses Rehazentrum dient Patienten, die an psychiatrischen Leiden erkrankt sind.
  • Ein neues modernes Altstoff-Sammelzentrum hat an der Bundesstrasse 122 den Betrieb aufgenommen
  • In seiner Nähe ist auch eine neue Zustellbasis der PostAG mit dem Ziel errichtet worden, die Postzustellungen von Bad Hall und Umgebungsgemeinden zu konzentrieren
  • Die Polizeiinspektion Bad Hall ist vom Hause Emilienhof in das ehemalige Haus „Tassilo“ (Hauptplatz 7) übersiedelt
  • Das Gebäude der Sparkasse ist umgebaut und neu gestaltet worden, um die Kunden in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken
  • Da sogenannte „neue Kurmittelhaus“ ist wegen der Verlagerung der Therapien ins neue Physikarium (Kurhotel Vitana) abgebrochen und der Platz zu einem modernen Parkplatz für die Therme Mediterrana gestaltet worden