„Femizid“ Gewalt an Frauen
Filmvorführung und Diskussion mit Regisseur Andreas Wollmarker-Stiedl und Autorin Yana Svelush am 5. Mai 2026 um 19 Uhr im Museumsstüberl in der Eduard Bach Straße 4, Bad Hall.
Nach dem Kurzfilm „Femizid“ kamen die Expertinnen Stephanie Berger, Landeskriminalamt Linz und Gabriele Sillip, Geschäftsführerin vom Frauenhaus Steyr zu Wort. Sie waren sich einig, dass Frauen, die in die Beratung oder ins Frauenhaus kommen, nur „die Spitze vom Eisberg“ sind. „Leider trauen sich viele Betroffene nicht Hilfe zu suchen“, wissen die Expertinnen. Oftmals schämen sich die Frauen, fürchten um das Ansehen der Familie, besonders im ländlichen Raum oder werden psychisch manipuliert. Besonders stark zeigt sich derzeit Cyberkriminalität, indem Tracker in Autos oder Spionage-Software im Handy installiert werden. „Cybergewalt mit Stalking und Bloßstellung im Internet sind im Vormarsch und bringen neue Formen von Gewalt in den Alltag von Betroffenen“, schildert die Polizistin Berger. Die Polizei kann gegen Täter ein Betretungs- und Annäherungsverbot für zwei Wochen aussprechen, um die Opfer zu schützen. In manchen Fällen hilft diese Maßnahme, doch es sei kein Wunder, dass das Frauenhaus in Steyr mit seinen sechs Zimmern zu 88 Prozent ausgelastet ist. „Damit haben wir sicher einige Femizide – Morde – an Frauen verhindert“, ist Silipp überzeugt. Nach der Kriminalstatistik gab es 2025 74 Morde, davon 34 an Frauen. Im Vergleich zu den Jahren davor 2023 (42) und 2024 (40) ist das ein deutlicher Rückgang. Stephanie Berger weiß aber, welche große Vorbildwirkung Eltern auf Kinder haben und wie Gewalt in der Privatsphäre weitergegeben wird. „Aussprüche wie, „Ich liebe dich und du gehörst mir“ zeigen, dass in der Beziehung was faul ist“, erklärt sie. Die Aufklärung von Burschen und Mädchen über Partnerschaft, Gleichberechtigung und Toleranz sei von enormer Bedeutung. Hilfe bieten das „Familienkompetenzzentrum Frauenhaus Steyr“ und die Kriminalprävention der Polizei.











